Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Eierstockkrebs

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Eierstockkrebs
Planung der medikamentösen Therapie beim Eierstockkrebs

Die Chemotherapie oder andere medikamentöse Therapien sind fester Bestandteil der Behandlung beim Eierstockkrebs. Um den Erfolg dieser Therapieform zu erhöhen, gibt es die Möglichkeit die Wirksamkeit der Medikamente vor Beginn der Behandlung vorab im Labor zu testen. Die direkte Methode benötigt lebendes Tumorgewebe, welches frisch aus dem Körper entnommen und sofort untersucht werden muss. Der Chemotherapie-Resistenz-Test (CTR-Test®) ist ein solches Laborverfahren. Alternativ lässt sich auch mit totem Gewebe arbeiten, welches in der Regel in der Pathologie vorhanden ist. Bei diesen Verfahren werden aussagekräftige Biomarker analysiert.  Eine sehr umfassende Untersuchung und Interpretation von Biomarkern wird mit der diagnostischen Caris Molecular Intelligence® Tumorprofilierung durchgeführt.

Planung der medikamentösen Therapie beim Eierstockkrebs

Die normale medikamentöse Behandlung wird durchgeführt, ohne zu wissen, ob die Medikamente bei dem einzelnen Patienten wirksam sind. Mittlerweile gibt es die Möglichkeit solche Wirksamkeitsprüfungen vor dem Beginn der eigentlichen Therapie durchzuführen. Dies kann direkt mit den verschiedenen Medikamenten an lebenden Tumorzellen oder indirekt nur durch die Analyse von konservierten Tumorgewebe ohne die Verwendung von Medikamenten passieren. Dadurch kann man sehr gezielt potentiell wirksame Medikamente auswählen und nicht-wirksame Medikamente vermeiden.

Direkte Wirksamkeitsprüfung mit Medikamenten an lebenden Tumorzellen

Bei dieser diagnostischen Untersuchung benötigt das Labor lebende Tumorzellen, die durch eine Entnahme aus dem Körper gewonnen werden. Dies kann entweder durch Operation bei festem Gewebe oder durch Punktion bei Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder neben der Lunge passieren. Eine einfache Blutentnahme und entsprechende Untersuchung der Blutprobe zeigt noch keine wissenschaftlich befriedigende Ergebnisse.

Im Labor werden die Tumorzellen direkt mit den Medikamenten „behandelt“ und anschließend der Erfolg der Behandlung ermittelt. Das Prinzip findet man auch bei der Ermittlung von wirksamen Antibiotika gegen Bakterien. Dort wird diese diagnostische Untersuchung als Antibiogramm bezeichnet. Für die Krebsbehandlung existiert diese Möglichkeit – wie oben beschrieben – ebenfalls und wird allgemein als Chemosensitivitätstest genannt.

Indirekte Wirksamkeitsprüfung ohne Medikamente mit Hilfe von Biomarkern

Das indirekte Verfahren benötigt Tumorgewebe, das konserviert wurde und damit Zellen, die nicht mehr lebendig sind. Diese Konservierung geschieht in der Regel in der Pathologie. In diesem Gewebe können die Tumorzellen genauer auf Ihre Veränderungen untersucht werden. Bestimmte Veränderungen können dabei Aufschlüsse über die Wirksamkeit von Medikamenten geben. Wenn eine Veränderung mit der Wirksamkeit eines Medikamentes einhergeht, bezeichnet man diese Veränderung als Biomarker. Für ein Medikament kann es einen oder mehrere Biomarker geben, die dann die Information über die Wirksamkeit geben.
Ein Beispiel bereits routinemäßig eingesetzter Biomarker sind bestimmte Eiweißstoffe, die für das Wachstum bei Brustkrebs, verantwortlich sind. Diese werden als Progesteron-, Östrogen- und Her2neu-Rezeptoren bezeichnet. Wenn diese entsprechend stark vorhanden sind, kann man für die Behandlung Medikamente einsetzen, die direkt diese Eiweißstoffe angreifen und damit den Tumor beim Wachstum stören (z.B. Anti-Hormon-Therapeutika oder Bevazizumab).

Diagnostiklabor in Deutschland

Es gibt ein Diagnostiklabor in Deutschland, das sowohl eine direkte Wirksamkeitsprüfung als auch eine indirekt sehr umfassende Biomarker-Analyse anbietet.

Die direkte Analyse trägt den Namen

und die indirekte Biomarker-Analyse den Namen

Diese Analysen gehören zurzeit nicht zum Standardbehandlungsplan, können aber direkt angefordert werden. Je nach Fall besteht auch die Möglichkeit einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Die Kontaktdaten des Diagnostiklabors:

TherapySelect Dr. Frank Kischkel
Carl-Bosch-Str. 4
69115 Heidelberg
Telefon: 06221-8936157
Fax: 06221-8936158
E-Mail: kontakt [at] therapyselect [dot] de
Website: www.therapyselect.de

29. Mai 2017
Der erste Schritt bei der Therapie von Eierstockkrebs ist in der Regel eine Operation zur Entfernung des Tumors. Meist schließt sich eine Chemotherapie an.
  
24. Mai 2017
Frau Prof. Dr. Cosima Brucker beantwortet im Interview unter anderem Fragen zur Behandlung, den Heilungschancen und der Nachsorge bei Eierstockkrebs.
  
23. Mai 2017
Für Frauen mit einer genetischen Veranlagung für Eierstockkrebs gibt es spezielle Therapieansätze.
  
23. Mai 2017
Zur Diagnose von Eierstockkrebs wird meist eine gynäkologische Tastuntersuchung und ein Ultraschall vorgenommen.
  
23. Mai 2017
Symptome zeigen sich bei Eierstockkrebs meist erst im Verlauf der Erkrankung. Es kann zu Wassereinlagerungen im Bauch oder Zyklusstörungen kommen.
  

Der Eierstockkrebs gehört zu den seltenen Tumorerkrankungen. Mit höherem Lebensalter der Frau nimmt auch das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, zu. Das Erkrankungsalter liegt durchschnittlich bei ca. 68 Jahren. Zusätzlich zu genetischen Einflüssen können Kinderlosigkeit wie auch Unfruchtbarkeit mögliche Risikofaktoren sein. Eierstockkrebs kann sich als Metastasen aus anderen Tumoren bilden. Oder er bildet sich im Eierstock selbst. Unterschieden werden folgende Tumorarten je nach Ursprung: Keimstrang-Stromatumoren, Oberflächenepithel-Tumoren und Keimzell-Tumoren.

Die Eierstöcke (Ovarien) befinden sich links und rechts an der Gebärmutter. Sie geben während der Periode eine Eizelle ab, diese wandert über den Eileiter in die Gebärmutter.

Diagnose Eierstockkrebs

Eierstockkrebs zeigt im Frühstadium i. d. R. keine Symptome. Deshalb wird er in vielen Fällen erst sehr spät diagnostiziert. Mögliche Symptome könnten u. a. Regelschmerzen, Störungen im Zyklus oder Blutungen nach der Menopause sein. In einem ersten Gespräch erfragt der Arzt Dauer, Art und Umfang der Symptome und ermittelt mögliche Risikofaktoren.

Mit einer Sonografie (Ultraschalluntersuchung) der Eierstöcke können bei Verdacht mögliche Geschwülste ausgemacht werden. Des Weiteren werden mit einer Blutuntersuchung mögliche Tumormarker ermittelt. Darüber hinaus kann mit einer Biopsie eine Gewebeprobe entnommen werden. Bei Verdacht auf Bildung von Metastasen werden Röntgen, Kernspintomografie oder die Computertomografie eingesetzt.

Therapie Eierstockkrebs

Während der Operation wird eine Biopsie des betroffenen Gewebes vorgenommen. Ist der Befund positiv, werden im weiteren Verlauf die Eierstöcke, das Bauchnetz, der Eileiter, Teile des Bauchfells und z. T. auch umliegende Lymphknoten entfernt.

Begleitende Therapiemöglichkeiten wären dann Strahlen-, Chemo- oder die Hormontherapie. Wobei in den meisten Fällen die Chemotherapie nach der Operation eingesetzt wird. Dabei wird eine Kombination aus mehreren Medikamenten (Zytostatika) eingesetzt. Diese sollen das Zellwachstum der Krebszellen hemmen, greifen allerdings auch die gesunden Zellen an. Dies kann u. a. zu Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Haarausfall führen.